:: 5.12.10 | Gemeinschaftskonzert mit und beim Musikverein Vimbuch
Höchst anspruchsvolles Konzert

06.12.10 - Ein höchst anspruchsvolles Konzert wurde am Sonntagabend in der Vimbucher Tullahalle geboten. Vimbuchs Musikvereinsdirigent Alfred Hess hatte für das Jahreskonzert einige Herausforderungen ausgewählt, um das Können der Vimbucher unter Beweis zu stellen. So war das Konzert nicht nur ein Hörerlebnis, sondern auch ein Beweis für die weiteren qualitativen Steigerungen des Vereins. Mit viel Beifall honorierte das Publikum den Einsatz der Musiker, denen das Konzert höchste Konzentration abverlangte. Sicherlich den größten Probenfleiß hatte das Medley des Welterfolgs „Les Miserables“ erfordert. Mit viel Gefühl intonierten sie die bewegenden und ergreifenden Melodieverläufe und malten die verschiedenen Stimmungsbilder des Musicals filigran aus. Absolut sauberes Spiel erforderte die blasmusikalische Herausforderung von der Kapelle, die mal verspielt weiche Töne, mal dramatisch spannende Töne zu erzeugen hatte. Auch der Jazzstandard von Duke Ellington „Caravan“, mit dem sie orientalisches Flair im verschneiten Vimbuch verbreiteten, bestach durch präzises Spiel. Swingend und in gedämpftem Moll zog die Karawane mit den Zuhörern durch die Wüste. Eine weitere Reise unternehmen die Musiker mit den Zuhörern entlang des malerisch gelegenen Flusses Drina. In dem Marsch von Rolf Schneebiegl spiegelten sich die verschiedenen Kulturen und Landschaften entlang des Flusses wieder, der an der Grenze von Bosnien und Herzegowina sowie Serbien verläuft. Konträre Stile vereinte die Liebeserklärung an die Blasmusik, das „Concerto d´amore“ von Jacob de Haan. Auf eine barocke Overtüre, folgten energische Pop-Elemente und schließlich eine Swingpassage.   
Ein besonderes Bonbon des Konzertes war der Auftritt des Nachwuchssolisten Julian Meier in der Manege von „Zirkus Renz“. Während der Musikverein dezent im Hintergrund die rasante Nummer begleitete, ließ Julian Meier die Schlegel über die Klanghölzer seines Xylophon sausen. Zuhören war dabei das Eine – ihn beim flinken Spiel zu beobachten ein ergänzendes Erlebnis, das Bewunderung für den 15-Jährigen hervorrief. Mit heroischen festlichen Klängen (Festival spirit) hatte der Musikverein das Konzert eröffnet; mit der Polka „Auf der Festwiese“ landete er beim Publikum einen weiteren Volltreffer. Moderator Hartmut Krüger rundete durch interessante Hintergrundinformationen den gelungenen ersten Programmteil ab.

Mit dem Musikverein aus „Au am Rhein“ hatten sich die Vimbucher als Partner für ihr Doppelkonzert ein äußerst versiertes Orchester der Oberstufe eingeladen. Die gut 60-Köpfe zählende Kapelle, die von dem Egerländer Musikanten Oswald Windrich dirigiert wird, begeisterte das Publikum. Unverkennbar war der „Egerländer-Einfluss“, der aber auch dafür sorgte, dass das junge Orchester (Durchschnittsalter 26 Jahre) am Spielen von Polka und Co Freude hat. Der Walzer „Frühlingserwachen“ und die Polka „Zwei Herzen und ein Schlag“, waren der beste Beweis für die Feststellung von Jungmusiker Florian Hauser, „dass die zeitlose Musik jedem irgendwann ins Blut geht“. Zuvor hatten die Musiker aus Au am Rhein James Bond-Hits präsentiert und den bekannten Hit „Africa“ der kalifornischen Rockband Toto. Zum Träumen verführte das malerisch weich gespielte Wüstenepos „Selections from Caravans“. Hier wie beim zuvor interpretierten Medley des Albums „Innuendo“ (Freddy Mercury)  zeigten die Musikerinnen und Musiker dass sie ihr Spiel ohne Übertreibung mit dem Prädikat „brillant“ schmücken dürfen.